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Adabiyat meets Classic

Grenzen und Grenzüberschreitungen: Unter diesem Motto soll der für das nächste Frühjahr geplante „Arabische Literaturnachmittag” stehen. Angelehnt ist dieses Motto an das Thema der „Arabischen Filmwoche 2014”, die durch den Eurient e.V. in Leipzig organisiert wird. Das Orient-Netzwerk beteiligt sich an der Gestaltung des Rahmenprogramms zu dieser Filmwoche, getreu des Netzwerk-Gedankens unserer Vereins in Kooperation mit dem Eurient e.V. Leipzig und dem Grassi Museum für Völkerkunde (Staatliche Ethnographische Sammlungen Sachsen). Gemeinsam wollen wir einen Nachmittag mit Lesungen aus modernen arabischen Theaterstücken und Kurzgeschichten gestalten, die zweisprachig (arabisch-deutsch) vorgetragen werden sollen. Außerdem erwartet das Publikum musikalische Untermalung durch Oud- und Trommelklänge, gespielt durch den Berliner Musiker Ghaith sowie eine weitere künstlerische Überraschung.

 

Termin und Ort: Freitag, 25. April 2014, 17.00 Uhr, im Zimeliensaal (Grassi-Museum für Musikinstrumente) 

Bericht zum Vortrag

Adabiyat meets Classic

Am Freitag, dem 25. April 2014 gestaltete der Leipziger Verein Eurient e.V. zusammen mit dem Orient-Netzwerk e.V. und in Kooperation mit dem Grassi-Museum einen literarisch-musikalischen Abend. Im Zimeliensaal des Grassi-Museums fanden sich etwa 40 interessierte Gäste ein, die den Vortragenden voller Erwartung folgten. Nach einer Einführung von Frau Christine Fischer vom Grassi-Museum entspann sich ein unterhaltendes und kurzweiliges Programm, welchem das vor allem studentische Publikum aufmerksam folgte. Unter dem Motto „Grenzen überwinden” begegneten sich an diesem Abend zeitgenössische arabische Prosa und klassische arabische Musik. Von zwei Vorlesenden wurden Texte ganz unterschiedlicher arabischer SchriftstellerInnen und DichterInnen vorgetragen.

Den Einstieg bildete das erste Kapitel von Suleman Taufiqs moderner Erzählung „Im Schatten der Gasse”, in welchem der Autor ein farbenfrohes Mosaik arabischer Lebensart entwarf, welches die Zuhörer schnell in die engen Straßen von Damaskus entführte. Nach einem auf arabisch vorgetragenen Gedicht setzten die zwei syrischen Musiker Ghaith al-Shaar und Amer Dahbar ein, die mit Oud und Trommel klassische arabische Musik aus der sogenannten MENA Region (Middle East and North Africa) spielten. Auf diese Weise spann sich das Programm weiter fort. Abwechselnd wurden Texte und Musik vorgetragen, die sich ganz unterschiedlicher Genre bedienten, sodass Grenzen überschritten wurden. Die Erzählung „Die Hinrichtung des Todes” von Sakarija Tamer, einem syrischen Autoren, knüpft beispielsweise an alte arabische Märchentraditionen an, in welchen bekannte historische Protagonisten in einen neuen Kontext gestellt werden. Auch Gedichte kamen zum Einsatz; von den international bekannten Dichtern Adonis und Mahmud Darwisch, sowie der tunesischen Dichterin Amel Moussa wurden Gedichte jeweils auf der Originalsprache Arabisch und der deutschen Übersetzung vorgetragen.
Während einer zehnminütigen Pause konnten sich die Gäste mit arabischem Tee und Datteln stärken. Im Laufe dieses Abends wurden auf ganz unterschiedliche Weise Grenzen überwunden, sowohl durch die Begegnung der klassischen arabischen Musik, den Komponisten und den modernen arabischen Autoren und Dichtern, als auch durch die bunte Mischung derer Herkunftsländer. Weiterhin durchbrachen die vorgetragenen Texte nicht nur im literarischen, sondern auch im inhaltlichen und sprachlichen Sinne Grenzen. Das gute Zusammenspiel der beiden Vortragenden und den Musikern unter- und miteinander trug weiterhin zu einem gelungenen und abwechslungsreichen Abend bei, welcher mit einem letzten Beitrag der beiden syrischen Musiker erfolgreich abgeschlossen wurde.


Autorin: R. Junker

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